


Ich bin kein Rentner – ich bin Freiberufler, so wie vielleicht einige von Ihnen, die diese Seite besuchen. Und genau das macht Portugal für uns so attraktiv. Denn hier kann ich als Selbstständiger in die gesetzliche Sozialversicherung einzahlen – zu Bedingungen, von denen ich in Deutschland nur träumen konnte.
Der größte Vorteil: Die portugiesische Sozialversicherung
Meine Beiträge als Freiberufler
- 1. Jahr: Beitragsfrei – 0€ pro Monat
- Ab dem 2. Jahr: Nur 20€ pro Monat (bei geringen Einnahmen)
- Höhere Beiträge: Nur wenn die Einnahmen steigen – prozentual, aber sehr fair
Als ich das zum ersten Mal hörte, dachte ich an einen Haken. Aber nein: Portugal will, dass Selbstständige abgesichert sind. Deshalb sind die Einstiegshürden bewusst niedrig. Im ersten Jahr zahlen Sie gar nichts – und sind trotzdem voll versichert. Ab dem zweiten Jahr zahlen Sie einen Mindestbeitrag von 20€ pro Monat, wenn Ihre Einnahmen gering sind.
Das bedeutet: Für weniger als eine Tasse Kaffee pro Tag sind Sie kranken- und rentenversichert. Und bauen sich gleichzeitig eine portugiesische Rente auf.

So funktioniert's: Die Anmeldung
Die NISS ist Ihre Sozialversicherungsnummer. Das geht online oder in der Loja do Cidadão. Dauert 15 Minuten, am nächsten Tag haben Sie die Nummer.
Mit Ihrer NIF (Steuernummer) melden Sie sich auf Ihrem Online-Portal der Finanças an und können dort eine wirtschaftliche Aktivität aus verschiedenen Kategorien anmelden. In Portugal gibt es keine Unterscheidung zwischen gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeiten, weil es hier keine separate Gewerbesteuer gibt. Außer online geht die Anmeldung der Tätigkeit auch vor Ort im Loja (Laden) der Finanças. Sie geben nur an, seit wann Sie tätig sind, wählen die Kategorie der Tätigkeit aus – und das war es schon.
Im ersten Jahr sind Sie beitragsfrei. Ab dem zweiten Jahr erhalten Sie eine Beitragsklasse, die zu Ihren Einnahmen passt. Der Mindestbeitrag liegt bei etwa 20€ pro Monat. Sie können auch mehr zahlen, wenn Sie höhere Einnahmen haben – das erhöht später Ihre Rente. Das Besondere: in Portugal sind grundsätzlich alle Personen mit rechtmäßigem Wohnsitz, einschließlich Selbstständige, in das gesetzliche Sozialversicherungssystem und damit in das öffentliche Gesundheitssystem (SNS - Serviço Nacional de Saúde) integriert.



Was Sie dafür bekommen
Krankenversicherung
Vollzugang zum öffentlichen Gesundheitssystem (SNS). Arztbesuche, Krankenhaus, Notfälle – alles abgedeckt.
Rentenanspruch
Sie bauen sich parallel eine portugiesische Rente auf. Die wird später ausbezahlt – zusätzlich zu allem, was Sie aus Deutschland mitbringen.
Mutterschutz
Auch als Selbstständige haben Sie hier Anspruch auf Mutterschutzgeld.
Krankengeld
Wenn Sie krank werden und nicht arbeiten können, Sie zahlen Beiträge – und bekommen im Gegenzug auch Krankengeld.
Deutsche Rente – was passiert damit?
Viele haben sicher schon Jahre in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt. Die gute Nachricht: Das bleibt alles erhalten. Ihre deutschen Rentenansprüche verfallen nicht. Sie werden später bei Ihrer Rente berücksichtigt. Wichtiger Hinweis: das funktioniert allerdings nicht, wenn man in Deutschland keine Rente, sondern "Grundsicherung" erhält, diese entfällt komplett, sobald man das Land für mehr als 28 Tage verlässt.
🇪🇺 EU-weite Anrechnung
Deutschland und Portugal sind EU-Länder. Ihre Beitragszeiten werden zusammengerechnet. Wenn Sie also 20 Jahre in Deutschland und 10 Jahre in Portugal eingezahlt haben, bekommen Sie eine Rente aus beiden Ländern – jedes zahlt den Anteil, den Sie dort erworben haben.
Als Freiberufler haben Sie in Deutschland vielleicht nicht in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Aber wenn doch, bleibt alles erhalten. Und wenn nicht? Dann bauen Sie sich jetzt in Portugal eine Rente auf – zu extrem günstigen Konditionen. Im OECD-Vergleich liegt Portugal mit einer Nettoersatzquote von rund 74,9 % (OECD-Bericht 2024) auf einem der vorderen Plätze, weit über dem deutschen Niveau.
Meine eigene Erfahrung
Meine Geschichte
Ich bin als Freiberufler nach Portugal gekommen. In Deutschland habe ich nur sehr kurze Zeit in die gesetzliche Rente eingezahlt – ich war ansonsten immer privat abgesichert. Hier bin ich zum ersten Mal dauerhaft im gesetzlichen System. Bin jetzt zu sehr geringen Kosten krankenversichert und baue mir sogar noch eine kleine Rente auf.
Ist das viel? Nein. Aber wenn ich noch 8 Jahre hier einzahle, habe ich am Ende noch eine kleine Rente. Und sollte ich früher sterben, bekommt meine Frau auch eine Witwenrente.

Was Freiberufler sonst noch wissen sollten
Steuern als Freiberufler
Portugal besteuert Selbstständige fair. Im ersten Jahr können Sie oft mit einem pauschalen Abgabesatz rechnen. Lassen Sie sich von einem Steuerberater helfen – es lohnt sich.
Rechnungen schreiben
Als Freiberufler schreiben Sie Rechnungen mit Ihrer NIF. Das System ist genial: Sie schreiben Ihre Rechnungen direkt online auf dem Portal des Finanzamts (Portal das Finanças). Dauert nicht länger als 5 Minuten pro Rechnung.
Umsatzsteuer
Für Dienstleistungen an deutsche Kunden fällt keine portugiesische Umsatzsteuer an (Reverse-Charge-Verfahren). Wieder: Lassen Sie sich beraten, es ist auf jeden Fall einfacher als gedacht.
Fazit für Freiberufler
Portugal ist ein Paradies für Selbstständige. Die Sozialversicherungsbeiträge sind human, der Einstieg ist einfach, und Sie bauen sich insbesondere wenn Sie noch jünger sind, eine Altersvorsorge auf, die in Deutschland nicht mehr sicher ist. Das System ist aus meiner Sicht gerechter, weil alle! in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. – Daher ist die Nettorente auch prozentual eine der höchsten in Europa und deutlich höher als in Deutschland.
Kommen Sie als Freiberufler. Probieren Sie es aus. Die Bürokratie ist einfach, die Kosten sind niedrig, und das Land ist sehr innovativ.
"Ich habe über 30 Jahre als Freiberufler in Deutschland gearbeitet – und bis auf sehr kurze Zeit nie in die Rente eingezahlt. Jetzt, mit 59, fange ich hier an. Genial, das erste Jahr als Selbstständiger komplett beitragsfrei. Allein die eingesparten Kosten für private Krankenversicherung in Deutschland haben so den kompletten Umzug inklusive Auto-Import finanziert."



















